Wandaufbau und Fenster

Wandaufbau

Die wenigsten Kompromisse sind wir bei der Dämmung der Wände eingegangen. Ursprünglich wollten wir das Haus verklinkern und hatten uns deshalb für ein Holzständerwerk mit 28cm plus 10cm gedämmte Installationsebene (zzgl. OSB, und andere Zwischenschichten) entschieden, wodurch wir den KFW-40-Standard bereits erreichen. Mit dem Klinker hätten wir jedoch keine unsichtbaren Raffstores installieren können, ohne das Holzständerwerk anzugreifen und damit die wärmebrückenfreie Konstruktion zu gefährden. Außerdem haben wir kaum einen Klinker gefunden, der uns beiden (gleichzeitig) richtig gut gefiel (ich hatte sogar ein Mitspracherecht). Zu guter Letzt was das Verputzen einiges günstiger (gegenüber den in Frage kommenden Klinkern).

Die Raffstorekästen sind bei den 7cm Dreibogenlamellen ca. 11cm tief. Diese werden direkt auf dem Holzständerwerk montiert. Will man diese hinter Putz verschwinden lassen, muss zunächst eine Schicht WDVS darüber. Die Mindestdicke für das WDVS beträgt in diesen Fällen (Raffstores nicht breiter als 2m) 2cm. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir uns für 3cm (vor dem Raffstorekasten) entschieden. In Summe landen wir so bei 14cm WDVS. Mit dem Holzständerwerk, der Installationsebene und den Zwischenplatten ergibt das eine ordentliche Wandstärke von 58cm. Ein wenig paranoid.

Fenster

Die Fenster werden nicht bündig mit dem Holzständerwerk montiert, sondern 6,5cm nach innen versetzt. Der eine Grund war die Optik – wir wollten innen keine extrem tiefen Fensterbänke. Der andere Grund war ein Tipp aus dem Buch Ratgeber energiesparendes Bauen von Thomas Königstein. Darin empfiehlt der Autor die Fenster leicht nach innen zu versetzen, um die Wärmebrücke des Fensterrahmens zu minimieren (Die Seitenzahl liefer ich irgendwann nach – habe das Teil mal wieder verliehen). Von allen Büchern zum Thema hat mir dieses persönlich am besten gefallen – eine echte Emfehlung, nicht nur für Neubauten!

Wir haben und für Holzfenster entschieden (statt Kunststoff). Hauptgründe waren die Haptik und die Optik. Außerdem werden die Fenster – wie schon das Holzständerwerk – von der Schreinerei Terhalle geliefert und montiert. Die machen auch gleich das Dach mit (bzw. ein Subunternehmer). Somit liegt die Verantwortung über die Dichtigkeit der Gebäudehülle in einer Hand – das war für uns ebenfalls ein wichtiges Argument. Schließlich darf die Luftwechselrate nicht mehr als 0,6 betragen.

Holzfenster muss man alle paar Jahre streichen (lassen), ebenso den Putz. Was solls, Handwerker müssen auch leben!

Technische Daten der Fenster und der Haustür

U-Wert der 3-fach-Verglasung 0,5.
U-Wert des Fensters 0,79 (ergibt sich aus U-Wert-Glas und U-Wert-Rahmen).
Da wir einen Teil des Fensterrahmens mit WDVS verdecken, ergibt sich theoretisch ein noch etwas besserer U-Wert.
Eine echte Passivhaus-Haustür war uns schlicht zu teuer. Unsere Haustür hat einen U-Wert von 1.

Kompromisse / Schwachstellen

Wir haben zwar die größten Fensterflächen nach Süden ausgerichtet, aber diese werden vom Nachbarhaus teilweise verschattet. Außerdem haben wir uns etwas zu viel Fensterfläche nach Nord-Westen (zum Garten) gegönnt – aber an der Stelle wollten wir nicht auf den Wohnkomfort verzichten. Es gibt ein Dachfenster im Flur des OG nach Norden – auch hier war uns die Raumqualität wichtiger.
Die Tür vom Flur (Wohnbereich) in die Garage muss eine T30-Tür sein (Brandschutz). Diese gibt es im Passivhausstandard zu keinem vernünftigen Preis (falls doch, bitte ich um eine Info!). Wir werden vermutlich eine holzverkleidete T30-Tür mit Schall-ex einbauen. Der U-Wert liegt vermutlich bei 1,2-1,5. Dahinter liegt die Garage, somit könnte es ausreichen. Vorsichtshalber verlegen wir im Flur vor den Türen etwas elektrische Fussbodenheizung.

Die Grundstücke wurden nicht nach energetischen Gesichtspunkten aufgeteilt. Vom Bebauungsplan ganz zu schweigen (Satteldach war vorgeschrieben)…

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